Adipositas Schlauchmagen

Nebenwirkung und Folgen des Schlauchmagens

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Eine Nebenwirkung bzw. Folge ist klar: Man nimmt ab. Und das nicht zu knapp. So ist es mir ergangen, so ergeht es den meisten Anderen, die auch einen Schlauchmagen haben.

Ihr habt vielleicht gemerkt, dass ich jetzt – 4,5 Jahre nach meiner OP – kritischer geworden bin. Versteht mich richtig: Ich finde es noch immer die richtige Entscheidung. Nur wäre ich persönlich gerne etwas vorbereiteter gewesen. Diese Liste beinhaltet meine ganz persönliche Erfahrung und meine Beobachtung von anderen Schlauchmägen.

Eins ist mir noch wichtig: Bitte seht meine Aufzählung nicht als Wertung der jeweiligen Nebenwirkung an. Die meisten Folgen beinhalten meist Positives und Negatives. Es kommt dann eher auf die Sichtweise und die Gewichtung an. Aber genug der Vorrede 🙂

Diese Nebenwirkungen können beim Leben mit einem Schlauchmagen auftreten:

  • erheblicher, schneller Gewichtsverlust
  • Zunahme von Energie, weniger Schlaf notwendig
  •  Nervosität, Tatendrang
  •  übersteigerte Euphorie
  •  man wird kontaktfreudiger
  •  bei Frauen: Zyklus normalisiert sich, Beschwerden können sich ändern
  •  Vitaminmangel, bzw. Eisenmangel
  • Immunsystem verschlechtert sich (z.B. Vaginalpilz bei Frauen, häufige Erkältungen)
  •  Haarausfall
  •  Gelenkschmerzen
  •  Gallensteine
  •  Stimmungsschwankungen
  •  mehr Lust auf Sex
  •  Lust etwas zu Erleben
  • leichter Frust, dass nicht mehr so viel am Stück getrunken werden kann
  •  Gefahr der Verlagerung der Sucht (mehr Alkohol, Nichtraucher/in fängt wieder an zu rauchen)
  • man fühlt sich attraktiver
  •  Freiheitsdrang : „Jetzt bin ich dran!“
  • eigene Grenzen mehr wahrnehmen
  • Eisenmangel
  • soziale Komponente Essen gehen wird unattraktiver
  •  erhöhte Emotionalität (z.B. Aggressivität, Traurigkeit, Euphorie)
  •  weniger Geduld
  • mehr Lust auf Süßes (falls das vorher nicht das Problem war)
  • Frieren, weniger Schwitzen
  •  Hang zum Egozentrismus und Oberflächlichkeit
  • Veränderung im Umfeld (Freundschaft/Beziehung)
  •  Mehr Spaß an Bewegung/Sport
  • Thema Diät ist nicht passé
  •  Essen ist noch immer ein Thema (Lust und Frust)
  •  Verschlechterung des Hautbildes
  • Hautfalten durch überschüssige Haut
  • Schlank und doch keine Bikini-Figur
  • Diabetes kann verschwinden, hoher Blutdruck reguliert sich
  •  Änderung der Wahrnehmung von Außen: „From-Zero-to-Hero-Effekt“ oder im Gegensatz dazu Untergehen in der Menge
  •  Abwechselnd Stolz auf das Erreichte und „das habe ich ja gar nicht selbst geschafft, sondern der Schlauchmagen“
  •  Angst wieder zu zu nehmen, OP-Versager/in zu sein

 

Die Liste ist mit Sicherheit nicht vollständig. Bitte schreibt mir doch von euren eigenen Erfahrungen und Befürchtungen. Nichtsdestotrotz: Wenn die Zustimmung der Ärzte, der eigene, tiefe Wunsch nach Veränderung und die Akzeptanz im nahen Umfeld gegeben sind, ist die OP eine sehr gute Idee! Wie gesagt: Ich würde es wieder tun, ABER: nur mit psychologischer Begleitung von Anfang an. Es wird nur ein Teil des Magens entfernt. Nicht aber die Essstörung oder der Teil des Gehirns, der sich die Vorkommnisse gemerkt hat, die zur Essstörung geführt haben.

Die OP gibt uns die Chance, das Erlebte oder Erlernte neu zu interpretieren, damit anders umzugehen. Ich habe einen erheblichen Zweifel daran, dass ein Mensch, der sich zu dieser OP aufgrund hohen Übergewichtes entschlossen hat, dies ganz alleine schafft. Bei allem Respekt auch und vor allem mir selbst gegenüber: Wären wir dann überhaupt in diese Lage gekommen, wenn wir im Stande dazu gewesen wären?

Mein Fazit

Hilfe suchen ist keine Schwäche. Es zeugt von der Fähigkeit sich zu reflektieren und Respekt der OP und sich selbst gegenüber. Ich halte mich für reflektiert, aber auch ich habe die Hilfe erst sehr spät gesucht und für Manches war es auch zu spät. Trotzdem: Schluss mit den trüben Gedanken: Es ist nie zu spät etwas zu verändern: Ganz egal worum es im Leben geht.


Bildquellenangabe: birgitH  / pixelio.de

Über den Autor

Nele

Nele

Mein Name ist Nele und ich bin 35 Jahre alt. Seit nun fast 25 Jahren bin ich dick. Anfangs war es noch Babyspeck, aber über die Jahre habe ich mich zu einer sehr übergewichtigen Frau entwickelt. Ich habe schon viele Diäten ausprobiert, aber nichts hat nachhaltig gewirkt. Ich berichte hier über meine Erfahrungen mit dem Leben als Dicke - nicht ohne mich selbst auf die Schippe zu nehmen :-). Gerade ist mein Hauptthema meine Schlauchmagen-OP, die vor 4,5 Jahren bei mir vorgenommen wurde.

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