Gesundheit

Diagnose: Lipödem

Lipödem

Wegen Rückenschmerzen gekommen- mit Sorgen um die Durchblutung gegangen

Dies ist ein Thema, dem ich mich gerade ganz behutsam nähern möchte. Vor ca. 2 Jahren hatte ich mit Schmerzen im Rücken zu kämpfen. Es ging über mehrere Wochen, manchmal war es schlimm, dann wieder kaum spürbar. Irgendwann bekam ich jedoch Angst, dass es etwas Schlimmeres ist und ging zum Orthopäden. Da ich natürlich noch immer übergewichtig war, hatte ich schon etwas Angst, wie er auf mich reagiert und ob er mir mal wieder zur Abnahme raten würde. Als ich dann nach kurzer Wartezeit dran kam, erzählte ich ihm von der OP und der junge Arzt stellte sich als Experte auf dem Gebiet heraus und wies mich darauf hin, dass auch eine Abnahme zu Rückenschmerzen führen könnte. Am Ende kam jedoch heraus, dass ich Einlagen benötigte, da ein Bein minimal länger ist als das andere. Jetzt ist alles prima, keine Schmerzen mehr, was schon nach kurzer Zeit so war. Bei der Untersuchung- ich musste meine Beine ohne Kontakt mit dem Boden hängenlassen- stellte er mögliche Durchblutungsschwierigkeiten fest. Meine Zehennägel wurden beim „baumeln lassen“ schnell blau. Er gab mir den Rat mich von einem Phlebologen untersuchen zu lassen. Dem kam ich nicht gleich nach, denn ich muss solche Dinge erstmal sacken lassen. Einige Wochen später vereinbarte ich einen Termin in  einem Gefäßzentrum.

Erbkrankheit- ein Erbe, das nicht ausgeschlagen werden kann.

Dort wurde ich eingehend einigen Tests unterzogen. Mir wurden in beiden Beinen jeweils mehrmals der Blutdruck gemessen, ein EKG angesetzt und die Beine wurden vermessen. Als ich dann der Ärztin in Unterhose gegenüberstand fragte Sie mich: „Gibt es in Ihrer Familie das Lipödem? Die gute Nachricht ist nämlich, dass Sie keine Durchblutungsstörungen haben.“ Ich hatte das Wort Lipödem bis dahin nicht gekannt. Dann zeigte mir die Ärztin Bilder von Frauen mit Lipödem in verschiedenen Stadien und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Meine Großmutter väterlicherseits litt unter starken Schmerzen in den Beinen. Diese wurden schlimmer, je älter sie wurde. Die Beine und Arme waren übermäßig geschwollen und dick während ihr Rumpf eher normal war. Ich kann mich erinnern, dass wir die Beine nicht berühren durften, weil die kleinste Berührung weh tat. Meine Oberschenkel und meine Hüften sind recht ausgeprägt. Dort habe ich trotz meiner Abnahme von über 80 kg nicht so viel abgenommen. Und jetzt kommt noch etwas hinzu. Meine Unterschenkel sind sehr berührungsempfindlich. Selbst leichtes Streicheln darüber ist mir mehr als unangenehm. Die Ärztin sagte mir, nachdem ich mich von meinem ersten Schock erholt hatte: “ Sie sind noch sehr jung, die Krankheit kann durch Fettabsaugung aufgehalten werden.“.

Mit einer Infobroschüre zum Thema Lipödem verließ ich die Praxis. Soviel zu meiner ersten Begegnung mit dem Thema. Ich werde in nächster Zeit noch mehr zum Lipödem schreiben. Der interessanteste Fakt ist, dass das Lipödem in keinem Zusammenhang mit dem Übergewicht steht. Diese Fettansammlung kann man nicht durch Diäten verlieren…

Ich musste 34 Jahre alt werden, damit mir jemand diese Diagnose um die Ohren haut. Die Beschwerden habe ich locker seit 15 Jahren. Das ist wieder mal ein Zeichen dafür, dass Ärzte oftmals nur „Übergewicht“ sehen und damit deren Urteil gefällt ist. Soll sie halt einfach abnehmen, dann ist alles gut. Fall gelöst, die Nächste bitte!

Bild: Wikipedia/www.lipoedema-simplified.org

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Über den Autor

Nele

Nele

Mein Name ist Nele und ich bin 35 Jahre alt. Seit nun fast 25 Jahren bin ich dick. Anfangs war es noch Babyspeck, aber über die Jahre habe ich mich zu einer sehr übergewichtigen Frau entwickelt. Ich habe schon viele Diäten ausprobiert, aber nichts hat nachhaltig gewirkt. Ich berichte hier über meine Erfahrungen mit dem Leben als Dicke - nicht ohne mich selbst auf die Schippe zu nehmen :-). Gerade ist mein Hauptthema meine Schlauchmagen-OP, die vor 4,5 Jahren bei mir vorgenommen wurde.

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