Heute gebe ich die nächste Ernährungsphase nach der Schlauchmagen – OP bekannt: Die Pürierphase.
Diese soll 2 Wochen lang durchgeführt werden, bevor sie in die Weichkostphase übergeht. Auch hier hat mich die Klinik München- Bogenhausen mit Informationsmaterial versorgt, welches ich hier 1:1 wiedergeben werde.
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Die nächsten 2-3 Tage vergingen recht schnell. Ich hatte das Glück, dass Kathrin die ganze Woche in München war und auch Sophie mich ab Donnerstag täglich besuchen kam.
Der erste Tag wieder auf Station war schön. Ich hatte zwar noch immer Schmerzen, aber ich fing langsam wieder an mich als Mensch zu fühlen. Ich konnte aufstehen und allein zur Toilette oder Zähneputzen. Sicherlich, die Schmerzen waren bei jedem Aufstehen da (nur so wusste ich, dass ich nun einen Schlauchmagen hatte), aber die paar Schritte zum Bad und zurück taten gut. Schließlich ist das Liegen auf Dauer auch nicht so angenehm für den Rücken. Ein Multifunktionsbett, das elektrisch praktisch in jede Richtung verstellt werden konnte, half schon etwas. In aller erster Linie sorgte dieses Bett aber eher für Action bei meinen Besucherinnen.
Diese Nacht war eine der unruhigsten meines Lebens. Nicht nur, dass ich einfach Probleme mit dem Schlafen auf dem Rücken habe. Auch diese Unbeweglichkeit, das ständige Blutdruckmessen und der Ohrclip (stellt den Sauerstoffgehalt des Blutes fest) nervten. Außerdem war es extrem heiß in dem Raum und freundlicherweise wurde für uns ab und an das Fenster geöffnet. Eigentlich machen die das auf der Intensivstation nicht. Schließlich ist die Gefahr einer Lungenentzuündung recht hoch. Wir waren dankbar dafür, denn die Abkühlung tat gut.
Was nun geschah, weiß ich natürlich nicht mehr. Erst einige Stunden später sagte man mir, dass alles wunderbar verlaufen sei. Aber der Reihe nach: Das nächste, woran ich mich erinnere, ist ein regelmäßiges Piepen neben meinem Bett, von dem ich geweckt wurde. Ich machte die Augen auf und sah zu meiner Rechten ein großes Fenster, durch das ich Bäume sehen konnte. Alles war schön grün. Zu meiner Linken sah ich nur einen weißen Vorhang und sonst nichts. Ich fühlte mich wie gerädert und sehr schläfrig. In diesem Moment trat eine korpulente Schwester an mein Bett und beugte sich über mich, um einen Ohrclip wieder fest zu machen.
Ich habe mich entschieden von den römischen Zahlen zurück zu den arabischen zu kommen, denn es werden jetzt doch mehr Teile als gedacht ![]()
Wo war ich? Ach ja, die Schwestern kamen, um mich abzuholen. Zuvor hatte ich das Operationshemdchen angezogen und die Kompressionstrümpfe versucht anzuziehen. Dies war leider nicht so einfach, da die sowas von eng waren, dass es weh tat. Da ich keinerlei Erfahrung damit hatte, dachte ich das gehört so.
Nun war es soweit: Der Tag X kam. Lange Zeit habe ich auf diesen Tag hingearbeitet und doch habe ich viele Dinge verdrängt. Jetzt schlich nun doch etwas Angst ein. Einige Tag zuvor hatte ich mich schon mit Patientenverfügungen und Abschiedsbriefen an meine Lieben beschäftigt. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon mit allem abgeschlossen. Das könnte mein Ende sein. Ich weiß, das klingt etwas dramatisch, aber so waren meine Gefühle eben.
Am 4. Mai ging es in die Adipositas – Klinik, um die Magenspiegelung vorzunehmen. Ich hatte im Hotel bei Kathrin übernachtet, die immer 3 Tage die Woche in München ist. Sie sollte mich auch am Nachmittag abholen, da ich nach der Magenspiegelung nicht selber fahren sollte. Ich fuhr mit dem Taxi hin und ich textete den armen Fahrer dermaßen zu, dass es mir im Nachhinein ganz schön peinlich war.. Hoffentlich treffen wir uns nicht so bald wieder ![]()
Gott sei Dank hatte ich schon um 8:30 Uhr den Termin- so dass ich nicht lange nüchtern sein musste.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich dickgetestet.de in den letzten Wochen sträflich vernachlässigt habe. Jetzt aber möchte ich euch endlich weiter an meiner Geschichte teilhaben lassen. Am 29.4. wurde ich ins Adipositas Zentrum München-Bogenhausen bestellt. Dort sollte ich über die Risiken der Operation aufgeklärt werden und letzte Untersuchungen sollten gemacht werden.
Aus den 3-4 Wochen des Wartens auf eine Antwort auf meinen Schlauchmagen – Antrag sind nun knapp 5 Wochen geworden. Zum Schluss war meine Geduld wirklich auf dem Nullpunkt und ich rief fast täglich bei der Krankenkasse an. Als ich dann herausfand, dass der medizinische Dienst sein Urteil bereits in der 4. Woche gefällt hatte und das Schreiben aber 1 Woche (!) auf dem Postweg unterwegs war, war ich schon etwas sauer. Diese Bürokratie kann einen echt nerven! Schließlich geht es hier um im wahrsten Sinne “einschneidende” Entscheidungen von Menschen wie mir. Aber egal: Die Bewilligung ist da!!
Wie bereits berichtet, habe ich mich für eine Schlauchmagen – Operation entschieden. Beim letzten Mal habe ich eine Checkliste veröffentlicht, die so oder so ähnlich für einen Antrag bei der Krankenkasse abgearbeitet werden sollte. Es standen noch die psychologische Beurteilung und der Termin beim Kardiologen aus. Letzteren habe ich ausführlich bei meinem Hocker-Bericht beleuchtet
Wie im letzten Teil über meinen Termin im Adipositaszentrum München angekündigt, möchte ich euch ein paar Fakten für die Beantragung einer Magen-OP geben. Sicherlich ist es von Krankenkasse zu Krankenkasse auch etwas unterschiedlich, aber falsch die Liste nicht sein.
Mein Gefühl sagte mir, dass ich zunächst alle Informationen für eine Schlauchmagen- Operation zusammenhaben muss, bevor ich die Krankenkasse anrufe und die „Pferde scheu“ mache. Allerdings sagte Sophie, ich solle die Krankenkasse in erster Linie als Dienstleister betrachten. Schließlich zahlen wir alle genug Beiträge und dürfen eine adäquate Beratung erwarten. Da Sophie in meinen Augen in vielen Dingen den Durchblick hat, habe ich mich heute an meine Krankenkasse (xy BKK) gewandt.

